Eine interessante Entdeckung machte das Weblog Tschilp, dass sich laut Subline unter anderem mit "Mode in Wien" beschäftigt. Dort ist von einer Fotostrecke im Londoner Modemagazin Issue One die Rede, bei der die Models ausschließlich SeniorInnen sind.
Das ist ja an sich nicht Neues, doch war es bislang nicht so recht üblich, Mode für ältere Menschen als stylish und trendy zu verkaufen. Darüber hinaus war der Begriff der "Streetwear", wie er hier verwendet wird, eher Kleidung für die Zielgruppe der 15-29jährigen vorbehalten.
Tschilp begrüßt diesen Trend ausdrücklich. Dort heißt es: vielleicht finden wir ja im Alter die Freiheit und den Mut unserer vergangenen Jugend wieder, die wir auf einer langen Jagd nach Erfolg, Anerkennung, materiellem Status so lange aus den Augen verloren haben.
Etwas weniger enthusiastisch könnte man aber auch einfach konstatieren, dass einmal mehr eine Vermarktungslücke geschlossen werden soll und vielleicht bald die Generation 50plus in den "Genuss" MTV-kompatibler Werbung kommen wird.
Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, als ich die vielpublizierte Meldung las, dass auf der Leipziger Games Convention insbesondere die Zielgruppe 50plus im Fokus steht. Senioren und Computerspiele: Das passte irgendwie nicht in mein Weltbild. Doch scheinen insbesondere "intelligente" Spiele oder auch Gedächtnistrainer und Online-Games auf dem Vormarsch zu sein. Einem Bericht auf RP-Online zufolge, sind insbesondere bei Online-Spielen starke Zuwächse zu verzeichnen:
"Von unseren drei Millionen registrierten Nutzern gehören etwa 30 Prozent der Altersgruppe der über 45-Jährigen an", berichtete Ulrich Rohde vom Online-Spieleportal Gamesduell. Zunehmend interessierten sich auch ältere Spieler für das Angebot, wobei sie meist auf die klassischen Kartenspiele wie Skat, Solitär oder auf Quizspiele zugriffen. "Vermutlich setzen sie dabei auf die Spiele, die sie seit langem kennen", mutmaßte Rohde.
Am Rande der Games Convention berichtet das GC-Blog auch über ein gewissermaßen generationsübergreifendes Treffen. So spielen in Halle 3 ältere Menschen in freundschaftlicher Konkurrenz gegen Jugendliche Gameduelle und lernen sich dabei (angeblich) auch näher kennen.
Was online längst zu funktionieren scheint, ist also auch in der realen Welt möglich.
Wenngleich die Mobilfunkbranche eigentlich eher als ein vergleichsweise junges Medium apostrophiert wird, finden in letzter Zeit auch ältere Menschen verstärkt Beachtung. So berichtet Connect über spezielle Handytarife für SeniorInnen. Die Firma Senotech bietet beispielsweise zwei mutmaßlich zielgruppenoptimierte T-OnlineTarife an. Was an diesen Tarifen allerdings besonders seniorenfreundlich sein soll, wird mir nicht ganz klar:
Neben vergleichsweise "normalen" Konditionen wird der folgende "Clou" angeboten: Anrufe zu einer bestimmten TK-Anlage – das kann etwa die Rufnummer einer Notrufzentrale oder des Betreibers eines Pflegedienstes sein – kosten nur 6 Cent pro Minute.
Nun, ja, wenn das alles ist. Ich frage mich allerdings sowieso, ob es tatsächlich ein spezielles Telefonierverhalten älterer Menschen gibt, wie das Consumerblog zur Zielgruppe 70plus schreibt.
Wenn Handys eigens für diese Zielgruppe hergestellt werden, macht das aufgrund größerer Tasten und weniger irreführender Funktionen wohl durchaus Sinn. Aber spezielle Tarife leuchten mir nicht so recht ein …
Deutschland wird immer älter. Diese Tatsache ist bereits seit Jahrzehnten bekannt und allmählich zeigen sich auch die Auswirkungen. So verändern sich beispielsweise die Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen, ein Aspekt, der insbesondere große Wohnungsgesellschaften in den Ballungsgebieten betrifft.
In der WAZ lesen wir:
"Ältere Mieter sind für uns eine wichtige Zielgruppe", erläutert Volker Riebel, Chef des Immobilienunternehmens Deutsche Annington (DAIG). Schließlich sei schon heute ein Drittel der Mieter über 60 Jahre alt. Neben einer "bedarfsgerechten" Gestaltung der Wohnungen – etwa Räume ohne Stolperkanten – biete DAIG mit dem Programm "Wohnen Plus" kostenlosen Service wie Einkaufshilfen, Wohnberatung oder Vermittlung von Pflegediensten an. "Wohnen Plus" werde bundesweit flächendeckend eingeführt.
Dabei kommt es aber auch darauf an, keine "Alten-Ghettos" entstehen zu lassen. Gefragt ist letztlich der Spagat aus gleichermaßen SeniorInnen und familiengerechten Häusern. Dies kann beispielsweise dadurch gewährleistet werden, indem im Erdgeschoss eines Hauses eine seniorengerechte Wohnung bewohnt wird und sich in den Etagen darüber attraktive Maisonette-Wohnungen für Familien befinden.
Ein weiterer Punkt ist die Einrichtung von Zusatz-Services im Wohnumfeld. Beispiele sind Mieterreisen, Hausaufgabenbetreuung, Räumlichkeiten für Nachbarschaftsfeste oder auch direkte Verbindungen zu Pflegediensten.
Zu einem interessanten Ergebnis kam die "Nationale Gesundheits-Survey" des Robert-Koch-Instituts in Berlin. Erstmals wurde im Rahmen der Umfragen auch eine Studie zum Zustandekommen von Sportverletzungen vorgenommen. Das Ergebnis: Von den befragten 7.100 Frauen und Männern zwischen 18 und 79 Jahren, verletzten sich junge Männer am Häufigsten.
Generell hatten Männer ein um 75 Prozent höheres Risiko einer Sportverletzung als Frauen.
Hinsichtlich der Altersverteilung ergibt sich ein ebenso klares Bild: Jeder sechste jüngere Sportler ziehe sich einmal im Jahr eine
Sportverletzung zu, dagegen passiere das nur fünf Prozent der über
Fünfzigjährigen, so das Morgenweb.
Über die Ursache für dieses Ergebnis kann nur spekuliert werden. Ob es wirklich daran liegt, dass junge Männer hauptsächlich aggressive Ball- oder Kampfsportarten betreiben …?