Eine neue Technologie der Firma Martin Elektrotechnik GmbH soll dafür sorgen, dass Demenzerkrankte und die Personen, die sie pflegen, eine größere Bewegungsfreiheit erhalten. Bei "Seniorebasic" handelt es sich um ein Gerät, dass den unschönen Namen "Weglaufschutz" trägt und nichts anderes tut, als zu melden, wenn die betreffende Person den Ausgangsbereich eines Grundstück bzw. eines Gebäudes erreicht. Eigentlich eine praktische Sache, die mich allerdings sehr an die elektronische Fußfessel erinnert …
Quelle: Gesundheit pur
Das Problem ist bekannt: Viele SeniorInnen fahren Auto, obwohl sie den Erfordernissen des Straßenverkehrs nur noch sehr eingeschränkt gewachsen sind. Man könnte nun einwenden, dass dies sicherlich auch auf jüngere Menschen zutrifft, die beispielsweise Mediekamente nehmen oder an Diabetes leiden, doch sind ältere Menschen statistisch gesehen einfach häufiger krank und nehmen daher mehr Medikamente.Das Risiko eines Unfalls steigt durch Krankheit um den Faktor 2,6 an.
Um herauszufinden, ob sie noch fahrtüchtig sind, bietet der TÜV vor Ort so genannte konsiliardiagnostischen Untersuchung, kurz "Fitness-Check/KONDIAG" an. Diese Test werden mit einem Zeritifikat "belohnt" und geben den FahrerInnen zusätzliche Sicherheit. Dazu können Fahrsicherheitstrainings mit psychologischen Sicherheitselementen besucht werden.
Wird indes trotz Erkrankung gefahren, so kann im Falle eines Unfalls der Versicherungsschutz ausbleiben oder nur eingeschränkt greifen. Denn die Überprüfung der Fahrtauglichkeit ist gesetzlich vorgeschrieben.
Was mich allerdings ein wenig wundert, ist der überaus hohe Preis für diesen Check. Allein der TÜV-SÜD verlangt 179 Euro. Für ein Thema, dass durchaus auch das Allgemeinwohl betrifft ist das eine Menge Geld …
Quelle: Autosieger.de
Die österreichische Tageszeitung "Die Presse" hat in einem Artikel auf eine Problematik hingewiesen, die in selbem Maße auch Deutschland betrifft. Es geht um kulturspezifische Altenpflege, ein Punkt, der insbesondere die vielen Deutschen ausländischer Herkunft oder auch ehemalige GastarbeiterInnen betrifft.
Denn bislang war das Thema Altenpflege und Migration immer nur Teil der oftmals polemischen Diskussion um illegal beschäftigtes Pflegepersonal. Doch viele ehemalige GastarbeiterInnen sind mittlerweile alt geworden und benötigen Betreuung.
Die Probleme können dabei durchaus vielfältig sein. Zum einen herrscht nachwievor eine ökonomische Benachteiligung, die sich nicht zuletzt auch am Zugang zum Gesundheitssystem zeigt. So leiden viele ArbeitsmigrantInnen an den Folgen ihrer Tätigkeiten, die meist den entsprechenden Arbeitsschutz hatten vermissen lassen.
Vor allem, wenn die zu pflegende Person gerne in den eigenen vier Wänden bleiben möchte, sind Dienste wie "Essen auf Rädern" gefragt. Schweinefleischfreie Menüs für Muslime sind beispielsweise eine Möglichkeit, wie auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden kann.
Im Bereich der stationären Betreuung werden insbesondere türkischstämmige Senioren oftmals vom eigenen familiären netz aufgefangen und müssen diese nicht nutzen. In Deutschland und den Niederlanden indes, gibt es bereits speziell auf die Bedürfnisse von MigrantInnen ausgerichtete Pflegeheime. Gebetsräume, spezielle Wascheinrichtungen gehören dort ebenso zum Alltag wie die Möglichkeit, auch größere Scharen an Besuchern räumlich zu bewältigen.
Beispiele, die hoffentlich Schule machen.
Der diesjährige Carl Bertelsmann Preis geht an Finnland. Ausgezeichnet wird das Reformprogramm "Älter werdende Arbeitnehmer", dass von der Regierung gemeinsam mit Partnern aus Sozialpartnern, Verbänden und Vertretern der Wissenschaft erarbeitet wurde und dafür sorgt, dass VertreterInnen der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen wieder in Lohn und Brot gebracht werden.
n-tv berichtet ferner über ähnliche Konzepte in den Niederlanden, Großbritannien und Australien.
In Finnland wurde die Arbeitslosenquote in der betreffenden Altersgruppe von mehr als 20 Prozent Mitte der neunziger Jahre auf 7,3 Prozent im Jahr 2004 reduziert. Die Erwerbsquote der 55- bis 64-jährigen liegt heute zehn Prozent über dem europäischen Durchschnitt.
In Deutschland hingegen stieg die Arbeitslosenquote im selben Zeitraum von 11,7 Prozent (1995) auf 12,7 Prozent (2005). Laut der Studie "Standortcheck Deutschland" sind in keiner anderen
führenden Industrienation so viele über 50-Jährige arbeitslos wie in
Deutschland.
Es kann also nur noch aufwärts gehen …
Dieses Weblog heißt 50plus-aktuell. Doch beschäftige ich mich vielfach mit dem Thema Senioren oder SeniorInnen, wie ich es lieber schreibe. Aber wie sieht es mit "Alten", "Geronten", "Silver Surfern", "Best Agers" etc. aus? Die Begriffe für die ältere Generation sind vielfältig und allesamt in gewisser Weise kontrovers.
Wenngleich selber in diesem Bereich nicht ganz unbeleckt, möchte ich doch auf das linguistische Weblog Sprechtakel hinweisen, dass sich in bemerkenswerter Weise der Frage "Senioren versus Alte" annimmt.
Besonders interessant ist der soziolinguistische Verweis auf den momentanen Sprachgebrauch, der "alt" offensichtlich mit "schlecht" gleichsetzt. Sprechtakel zitiert dabei WittgensteinsSatz "Die Bedeutung der Wörter liegt in ihrem Gebrauch."
Ob es dabei wirklich so ist, dass die Benutzung des Wortes "Alte" offensichtlich problematisch ist, sei dahingestellt.
In jedem Fall kann ein genaueres Nachdenken über die verwendeten Begriffe manchmal durchaus erhellend sein …