Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, als ich die vielpublizierte Meldung las, dass auf der Leipziger Games Convention insbesondere die Zielgruppe 50plus im Fokus steht. Senioren und Computerspiele: Das passte irgendwie nicht in mein Weltbild. Doch scheinen insbesondere "intelligente" Spiele oder auch Gedächtnistrainer und Online-Games auf dem Vormarsch zu sein. Einem Bericht auf RP-Online zufolge, sind insbesondere bei Online-Spielen starke Zuwächse zu verzeichnen:
"Von unseren drei Millionen registrierten Nutzern gehören etwa 30 Prozent der Altersgruppe der über 45-Jährigen an", berichtete Ulrich Rohde vom Online-Spieleportal Gamesduell. Zunehmend interessierten sich auch ältere Spieler für das Angebot, wobei sie meist auf die klassischen Kartenspiele wie Skat, Solitär oder auf Quizspiele zugriffen. "Vermutlich setzen sie dabei auf die Spiele, die sie seit langem kennen", mutmaßte Rohde.
Am Rande der Games Convention berichtet das GC-Blog auch über ein gewissermaßen generationsübergreifendes Treffen. So spielen in Halle 3 ältere Menschen in freundschaftlicher Konkurrenz gegen Jugendliche Gameduelle und lernen sich dabei (angeblich) auch näher kennen.
Was online längst zu funktionieren scheint, ist also auch in der realen Welt möglich.
Wenngleich die Mobilfunkbranche eigentlich eher als ein vergleichsweise junges Medium apostrophiert wird, finden in letzter Zeit auch ältere Menschen verstärkt Beachtung. So berichtet Connect über spezielle Handytarife für SeniorInnen. Die Firma Senotech bietet beispielsweise zwei mutmaßlich zielgruppenoptimierte T-OnlineTarife an. Was an diesen Tarifen allerdings besonders seniorenfreundlich sein soll, wird mir nicht ganz klar:
Neben vergleichsweise "normalen" Konditionen wird der folgende "Clou" angeboten: Anrufe zu einer bestimmten TK-Anlage – das kann etwa die Rufnummer einer Notrufzentrale oder des Betreibers eines Pflegedienstes sein – kosten nur 6 Cent pro Minute.
Nun, ja, wenn das alles ist. Ich frage mich allerdings sowieso, ob es tatsächlich ein spezielles Telefonierverhalten älterer Menschen gibt, wie das Consumerblog zur Zielgruppe 70plus schreibt.
Wenn Handys eigens für diese Zielgruppe hergestellt werden, macht das aufgrund größerer Tasten und weniger irreführender Funktionen wohl durchaus Sinn. Aber spezielle Tarife leuchten mir nicht so recht ein …
Deutschland wird immer älter. Diese Tatsache ist bereits seit Jahrzehnten bekannt und allmählich zeigen sich auch die Auswirkungen. So verändern sich beispielsweise die Anforderungen an ein altersgerechtes Wohnen, ein Aspekt, der insbesondere große Wohnungsgesellschaften in den Ballungsgebieten betrifft.
In der WAZ lesen wir:
"Ältere Mieter sind für uns eine wichtige Zielgruppe", erläutert Volker Riebel, Chef des Immobilienunternehmens Deutsche Annington (DAIG). Schließlich sei schon heute ein Drittel der Mieter über 60 Jahre alt. Neben einer "bedarfsgerechten" Gestaltung der Wohnungen – etwa Räume ohne Stolperkanten – biete DAIG mit dem Programm "Wohnen Plus" kostenlosen Service wie Einkaufshilfen, Wohnberatung oder Vermittlung von Pflegediensten an. "Wohnen Plus" werde bundesweit flächendeckend eingeführt.
Dabei kommt es aber auch darauf an, keine "Alten-Ghettos" entstehen zu lassen. Gefragt ist letztlich der Spagat aus gleichermaßen SeniorInnen und familiengerechten Häusern. Dies kann beispielsweise dadurch gewährleistet werden, indem im Erdgeschoss eines Hauses eine seniorengerechte Wohnung bewohnt wird und sich in den Etagen darüber attraktive Maisonette-Wohnungen für Familien befinden.
Ein weiterer Punkt ist die Einrichtung von Zusatz-Services im Wohnumfeld. Beispiele sind Mieterreisen, Hausaufgabenbetreuung, Räumlichkeiten für Nachbarschaftsfeste oder auch direkte Verbindungen zu Pflegediensten.
YouTube ist eine so genannte Videocommunity, in der NutzerInnen Videos ihrer Wahl einstellen können. Neben Musikclips finden sich Skateboardfilmchen, Partyvideos oder auch Amateursketche und skurile Fundsachen aus der Werbung.
Eigentlich konnte man bislang von einem tendenziell eher jungen und "hippen" Medium sprechen. Doch scheint sich dieser Trend allmählich umzukehren.
Unter dem Alias "geriatric1927" hat ein 79-jähriger Brite namens Peter die Herzen der YouTube-Community erobert und findet sich permanent in den Top 100 der meistgesehenen Videos.
Wer nun erwartet, dass Peter mit Mätzchen oder einem besonders schrillen Auftreten auf sich aufmerksam macht, sieht sich getäuscht. Der Senior erzählt einfach nur seine Lebensgeschichte. Und das so intensiv, dass selbst der Spiegel darüber berichtet hat.
Ich schließe mich dem Netzwerkspiegel an, der dazu schreibt:
Vielleicht führen diese Geschichten die Generationen wieder zusammen
und die Jugendlichen entdecken, dass die Generation ihrer Großeltern
wirklich etwas zu sagen hat?
Gefunden bei: Spreeblick
Allmählich bewegt sich etwas im Bereich 50plus. Verschiedene Versicherungen haben den Trend erkannt und bieten spezielle Dienstleistungen für die Zielgruppe ab 50 an. Die Nürnberger hat beispielsweise eine Hausratversicherung ins Programm genommen, die Rollstühle und Gehhilfen bis 500 Euro gegen Diebstahl mitversichert.
Auf Kreuzfahrten gilt künftig derselbe Versicherungsschutz wie in Hotel und Ferienwohnung und wer seinen Haushalt aufgibt und in ein Pflegeheim oder eine SeniorInnenresidenz zieht, bleibt fünf Jahre lang bis 5.000 Euro weiterversichert. Voraussetzung ist allerdings ein seit mehr als fünf Jahren bestehender Vertrag.
Die Allianz geht denselben Weg wie die Nürnberger und bietet im Rahmen ihres Tarifs Hausrat Optimal Schutz gegen Diebstahl aus Krankenzimmern oder verschlossenen Schiffskabinen. SeniorInnen, die im Ausland überwintern erhalten zudem drei Monate lang Versicherungsschutz auf die leerstehende Wohnung.
Quelle: http://www.welt.de/data/2006/08/14/996515.html